MFC-Wap150

Mannheimer Fechtclub 1884 e.V.

Historisches

Die Gründung
Die Gründung des „MFC 1884" fällt in eine Zeit, die allgemein als Beginn der neuen Geschichte der Fechtkunst im Deutschen Reich bezeichnet werden kann. Die Stellung der Stadt Mannheim, ihre besonderen Beziehungen zur Universität Heidelberg brachten es mit sich, da sie bald in den fechterischen Raum - Rüdesheim, Wiesbaden, Frankfurt, Offenbach, Mainz (die damaligen Hochburgen der Fechterei) - einbezogen wurde und ein Fechtclub mit dem Namen „Mannheimer Fecht-Club 1884" den Fechtsport aufnahm. Er ging aus dem „Fechtclub Mannheim 1883 "hervor.Freude an sportlicher Betätigung mit dem Florett, Degen, Säbel und Schläger und Geselligkeit waren das Hauptmotiv der Vereinsgründung. Es waren die Herren Arends, Gosch, Kaltreuther, Knöß und Petzsch, die am 10.10.1884 als Gründer dem Verein den Namen „Mannheimer Fecht-Club 1884" gaben.

Rascher Aufstieg des „MFC 1884"
Sehr bald verschaffte sich der Club Ansehen und Geltung. Rasch griff er in das organisatorische und fechterische Geschehen ein. Herr Direktor Arends, der Mitbegründer des „MFC 1884", war auch wesentlich an der Gründung des ersten „Deutschen Fechtverbandes", und zwar des „Gauverbandes Mittelrhein" beteiligt. Stadtbekannte Persönlichkeiten wie die Herren Rechtsanwalt und Reichstagsabgeordneter Bassermann, Geheimer Kommerzienrat Diffene, Bürgermeister Braning von Rastatt, Edler Freiherr von Gregorich, Oberstleutnant, Rechtsanwalt Gentil, Rechtsanwalt Köhler usw. zählten zu den ersten Mitgliedern des Clubs. Aber auch auf der Kampfbahn machte sich der „MFC 1884" rasch bemerkbar.

1886 - Die ersten Erfolge
Schon zwei Jahre nach der Gründung erfochten sich die Fechter des „MFC 1884" bei dem stärksten Fechtverband des Deutschen Reiches eine Gold- und eine Silbermedaille.

1887 - Erstes internationales Turnier im Deutschen Reich auf Initiative des „MFC 1884" in Mannheim
Drei Jahre nach der Gründung wurde aufgrund der Bemühungen des „MFC 1884" das erste internationale Preisfechten in Deutschland, und zwar in Mannheim durchgeführt. Beteiligt waren die damals stärksten Fechternationen - Österreich, Ungarn, Italien, Frankreich - und fast alle Fechtvereine des Deutschen Reiches. Bei dieser Veranstaltung gewannen die Fechter des „MFC 1884" eine silberne und eine bronzene Medaille. Damit war der Schritt getan, um dem deutschen Fechtsport auch im Ausland Ansehen zu verschaffen. Bei den folgenden Gauverbandsfechtturnieren und zahlreichen Pokal und Freundschaftsturnieren konnte der „MFC 1884" weitere Gold-, Silber und Bronzemedaillen sowie zahlreiche Ehrungen verbuchen.

1898 - Ein Fechter des „MFC 1884" gewinnt die Amerikanischen Meisterschaften
Keim vom „MFC 1884" gewann im Jahre 1898, bei stärkster Konkurrenz, die Amerikanischen Meisterschaften. Ein Sieg, der in Deutschland als weiterer Beweis für die gestiegene Fechtausbildung deutscher Fechtclubs und die nicht hinter ausländischen Leistungen zurückbleibende Kampfstärke deutscher Fechter gefeiert wurde.
Dies aus den Anfängen des deutschen Fechtsports unter Mitbeteiligung des „MFC 1884".

1904 - Internationale Fechtakademie in Mannheim beim „MFC 1884"
1904 fand anläßlich des 20. Stiftungsfestes des „MFC 1884" eine große internationale Fechtakademie im Bernhardshof statt. Außer dem damaligen Fechtmeister des „MFC 1884", Scaramuzza von Parma, nahmen die Fechtmeister Ettore Giavanni von Rom, Francesco Tagliabo von Turin, Biagio, Botti und Baroni daran teil. Unter der Leitung von Herrn Bassermann kämpften 90 Herren, einschließlich der ausländischen Gäste, im Ballhaus.

Veranstaltungen des Mannheimer Fecht-Clubs 1884
Neben dem rein Sportlichen pflegte der „MFC 1884" besonders die Geselligkeit.
Seine jährlichen Klein- und Großveranstaltungen im Ballsaal und im Parkhotel waren Glanzpunkte des gesellschaftlichen Lebens in Mannheim. Unter der Beteiligung namhafter Mannheimer Vereine und der Mitwirkung von Mitgliedern des Nationaltheaters, die ebenfalls dem Club angehörten, sowie der Honoratioren der Stadt und ausländischer Gäste wurde ausgiebig gefeiert.

1914/1923 - Rückschläge für den Fechtsport
Der Erste Weltkrieg riß große Lücken in die Reihen unserer Fechter. Ebenso schwer wog die Notlage jener Krisenzeit, die mit den Jahren ab 1919 heraufzog. Es währte lange, bis der Verein wieder eine Turnhalle mieten und Geräte kaufen konnte. Die Begeisterung für diesen edlen Sport und die innere Verpflichtung dem Club gegenüber stärkte den Rest der Mitglieder. Trotz vieler Widerstände schaffte man den Wiederbeginn. In zäher Kleinarbeit schulte man vor allem die Jugend. Der Nachwuchs war bald turnierreif

1924 - Neue Erfolge des „MFC 1884"
Auf dem Bundesturnier 1924, das auf Betreiben des „MFC 1884" in Mannheim stattfand, konnten ein zweiter und ein dritter Platz belegt werden. In gesellschaftlicher Hinsicht knöpfte der „MFC 1884" allmählich wieder an die alte Tradition an. Das bekannte Hotel „National" als Vereinslokal sowie die führenden Häuser in Mannheim bildeten die Treffpunkte bei den Veranstaltungen. Mit ständigen Pokalkämpfen, Preisfechten im In- und Ausland hielten sich die Fechter fit, und der Nachwuchs sammelte seine Erfahrungen auf den Fechtböden außerhalb des Hauses.

1934 - 5Ojähriges Stiftungsfest des „MFC 1884"
Als der „MFC 1884" im Jahre 1934 sein 5Ojähriges Bestehen in den Räumen des Parkhotels feierte, und sich bei den Feiern und Veranstaltungen auch Gäste des In- und Auslandes ein Stelldichein gaben, war der Fechtclub wieder dahin zurückgekehrt, wo er vor der Kriegszeit des Ersten Weltkrieges gestanden hatte.

Neue Fechtära
Nachdem die Hauptarbeit auf die Heranbildung des Nachwuchses gerichtet wurde, zeigten sich die ersten Erfolge. Unser jüngstes Mannschaftsmitglied, Emil Luz, holte sich im Florett in Unterbaden beim Juniorenfechten den ersten Platz.

1936 Hans Esser Deutscher Meister und Bronzemedaille im Säbel bei der Olympiade
Als erfolgreichster Fechter des „MFC 1884" gilt Hans Esser. Er gewann im Säbel die Deutsche Meisterschaft und errang mit bei dem Mannschaftsfechten bei der Olympiade in dieser Waffe eine Bronzemedaille.

1937
Unsere Damenmannschaft war bald ein gefürchteter Gegner auf der Kampfbahn. Bei den Badischen Meisterschaften gewann Frl. Hedwig Fäßer den ersten Preis.

1939
Auch 1939 hieß die Badische Meisterin Fäßer.

1942
Beim Bereichsfechten holte sich die Damenmannschaft den 1. Platz. Auch die Badischen Mannschaftsmeisterschaften der Damen gewannen die Mannheimer Fechterinnen. Die Damenmannschaft des „MFC 1884" errang bei den Deutschen Meisterschaften den 5. Platz. Frau Fäßer-Eckert gewann bei den Badischen Meisterschaften den 1. Platz.

1944
Der Florett- und Säbelmeister sowie Vizemeister im Degen bei den Badischen Meisterschaften war Eugen Luibrand vom „ MFC 1884". Bei den Kriegsmeisterschaften errang unser Mitglied Oberleutnant Grieshaber im Florett den ersten Platz.

1945/1948 - Rückschlag durch den Zweiten Weltkrieg und Verbot des Fechtens
Wie 1914/1918 erlitt der „MFC 1884" in den Kriegsjahren 1939/1945 wiederum schwere persönliche und sachliche Verluste. Sieben aktive Mitglieder des Clubs, die den Kern der einzelnen Mannschaften bildeten, sind im Krieg gefallen. Alle Utensilien und Geschäftsunterlagen wurden ein Opfer der Bombenangriffe. Hinzu kam nach Kriegsende das Verbot der Siegermächte, den Fechtsport weiter zu betreiben.

1949 - Aufhebung des Verbotes, den Fechtsport auszuüben
Nachdem 1949 die Erlaubnis zum Fechten erteilt wurde, trugen sich auf Anhieb 63 Interessenten in die Liste derer ein, die um Aufnahme ersuchten oder wieder im „MFC 1884" den Fechtsport weiter betreiben wollten.

Neugründung des Nordbadischen Fechterbundes auf Initiative des „MFC 1884"
Kurz nach Freigabe des Fechtsports durch die Siegermächte setzte sich der Vorsitzende des „MFC 1884", Eugen Luibrand, besonders für die Gründung eines überörtlichen Fechtergremiums ein. Bereits im Dezember 1949 fand dann unter der Leitung des ersten Vorsitzenden des „MFC 1884", Eugen Luibrand, die Gründungsversammlung des Nordbadischen Fechterbundes statt. Im Hotel „Rheinbrücken" nahmen an der Gründung folgende Delegationen teil:
Mannheimer Fecht-Club 1884 11 Teilnehmer
TSV 46 Mannheim 2 Teilnehmer
Karlsruher KTV 46 l Teilnehmer
Bruchsal TSG l Teilnehmer
Weinheim TSG l Teilnehmer
Pforzheim TVP 34 3 Teilnehmer
Eugen Luibrand vom „MFC 1884"war außerdem an der Gründung des Deutschen Fechterbundes beteiligt.

1950 - Turnierbeginn nach dem Kriege
Unter nunmehr geordneten Verhältnissen konnten die Wettkämpfe bald beginnen. Eingeleitet wurde die neue Fechtära in Bruchsal 1950. Der Nordbadische Fechterbund veranstaltete das erste Nachkriegsfechten. Unsere Mitglieder konnten erste Plätze belegen; Hedwig Eckert im Florett Platz l und Krappatsch im Florett Platz 1.

1953
In Dillingen gewann der „MFC 1884" auf dem ersten internationalen Nachkriegsturnier den zweiten Platz und den Ehrenpreis.
Beim Kampf mit Florett holte sich Emil Luz bei den Nordbadischen Meisterschaften den Sieg.
Bei dem Länderkampf Deutschland - Österreich im Degen, den die Nationalmannschaft der Jugend gewann, war Schwabbaur vom „MFC 1884" der Mannschaftsbeste.
Langsam begann der Verein, sich wieder zu erholen, und kreuzte auf vielen Turnieren die Klingen.

1954
belegte Krappatsch bei den Badischen Meisterschaften Platz l im Säbel, und der Jugendmeister bei den Nordbadischen Meisterschaften im Florett hieß Horst Keller.

1955
Schwabbaur zeigte weiter gute Erfolge.
So gewann er 1955 und 1956 die Badischen Meisterschaften im Degen.1957 belegte er den 2. Platz.

1959
Die Mannschaft des „MFC 1884" belegte 1959 im Säbel und Florett den l. Rang bei den Nordbadischen Meisterschaften.

75jähriges Stiftungsfest
Nach vielen Erfolgen und Turniererfahrungen sowohl im Bereich der Nordbadischen und Badischen Meisterschaften als auch bei Pokal- und Freundschaftsturnieren im In- und Ausland begeht der „MFC 1884" sein 75jähriges Stiftungsfest.
In den Räumen der Mannheimer Rudergesellschaft „Amicitia" feierte der Club sein Jubiläum. Die Vertreter der Landesfachverbände, der Vereine des öffentlichen Lebens sowie Delegierte ausländischer Fechtvereine gaben sich ein Stelldichein, um mit dem „MFC 1884" diesen Tag zu feiern.
Der Club war wieder im Aufwind und konnte sowohl auf dem Fechtboden als auch im Gesellschaftsleben seinen guten Namen halten.

Weitere Erfolge
Einen besonderen Erfolg konnte Friedbert Mündörfer mit dem ersten Platz im Säbel bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften 1971 verbuchen.

90jhriges Stiftungsfest
Mit dem Jahre 1974 ist der Zeitpunkt gekommen, zu dem der Club sein 90jähriges Bestehen feiern konnte.
Der Verein war und ist weiterhin ein lebendiges Glied des Vereinslebens in Mannheim, Pflegestätte für den Fechtsport und im In- und Ausland geachtet. Auf dieser Ebene kann der „MFC 1884" in das volle Jahrhundert seiner Gründung steuern.

1974 - Ausbildung einer neuen Fechtergeneration
Nach dem 90jährigen Stiftungsfest machte sich eine starke Fluktuation infolge Wegzug, Studium, Altersabgang und Todesfällen bemerkbar. Die erfahrenen Fechter hinterließen eine große Lücke. Der Club mußte mit viel Jugend seinen Betrieb fortsetzen. Wieder begann in harter und zäher Arbeit die Aus- und Fortbildung des Nachwuchses.

1978
Bereits 1978 errang Kumpf bei den Badischen Schülermeisterschaften im Säbel den 1. Platz. P. Müller belegte, ebenfalls im Säbel, Platz 2.

1979
Es holten sich bei den Landesverbandsmeisterschaften in der A-Jugend im Säbel P. Müller den 1. Rang und M. Mayer den 2. Platz..In der B-Jugend belegte Lentz den 2. Platz.

1980
Der Landesverbandsmeister der Schüler hieß Heberer. In der B-Jugend holte sich Lentz im Säbel Platz 2. Die Juniorenmannschaft gewann im Säbel ebenfalls den 2. Platz.

1981
Beim Landesverbandsfechten der B-Jugend erstritten sich Babel und Heberer den 2. Platz.

1982
Bei den Landesverbandsmeisterschaften der Schüler holten sich Kunkel und Wagner im Florett den Meistertitel.
Auch im Degen hieß der Sieger Wagner.

1983
Regina Sebastiany gewann bei dem internationalen Damenturnier in Mannheim im Florett Platz 1.
Auf den Landesverbandsmeisterschaften (Junioren) holte Regina Sebastiany ebenfalls den 1. Platz.
Bei den Landesverbandsmeisterschaften (B-Jugend) konnte Scherer im Florett den Sieg erringen.

1984 - Das Jahr des 100jährigen Stiftungsfestes
Der Alb-Pokalsieger hieß Regina Sebastiany. Auch den Luxemburg-Pokal konnte sie sich holen. Beim internationalen Juniorenturnier in Zürich stand sie an 2. Stelle.
Die Landesverbandsmeisterschaften der Schüler wiesen als Gewinner im Degen und mit dem 2. Preis im Florett Andreas Kunkel aus. Scherer konnte in der A-Jugend im Florett einen 2. Platz erringen.

 

Fortsetzung folgt ...

[Der Verein] [Aktuelles] [Training] [Nützliches] [Mitglied werden] [Historisches] [Kontakt] [Impressum]